Pflegeleistungen

© Diakonie/Annette Schrader

Seit der Einführung des Pflegestärkungsgesetzes II + III im Jahr 2017 unterscheidet der Gesetzgeber nach 5 Pflegegraden.

Die Eingruppierung in einen Pflegegrad, wird auf Antrag bei Ihrer persönlichen Pflegekasse durch den Medizinischen Dienst vorgenommen.

 

Neu: Leistungsanspruch ab 2017 für Pflegegrad 1 (§ 28a)

  1. Pflegeberatung gem. §§ 7a und 7b
  2. Beratung in der eigenen Häuslichkeit gem. § 37 (3) einmal im Halbjahr durch zugelassenen Pflegedienst.
  3. Wohngemeinschaften-Zuschlag gem. § 38a
  4. Pflegehilfsmittel gem. § 40 Abs. 1 bis 3 und 5
  5. Wohnumfeld-verbessernde Maßnahmen gem. § 40 Abs. 4
  6. Betreuung und Aktivierung teil- und vollstationär gem. § 43b
  7. Pflegekurse gem. § 45
  8. Entlastungsbetrag gem. § 45b in Höhe von 125 Euro / Mon. für Tages- / Nachtpflege, Kurzzeitpflege und Pflegeleistungen ambulanter Dienste, z.B. Hilfe beim Duschen sowie Angebote zur Entlastung im Alltag.

 

Leistungsanspruch ab 2017 für Pflegegrade 2-5 (§ 36)

Körperbezogene Pflegemaßnahmen:

Wie bisher können Leistungsmodule zur Körperpflege, Mobilität und Ernährung gewählt werden, diese werden über die Pflegesachleistung (Kombinationsleistung) direkt mit den Pflegekassen abgerechnet. Stundenweise Verhinderungspflege bleibt erhalten wie bisher, ebenso alle für Pflegegrad 1 genannten Punkte 1-8

Pflegerische Betreuungsmaßnahmen:
Die Betreuungspauschale von 104 / 208 Euro wird ab 2017 durchgängig auf 125 Euro festgesetzt. Hierüber können weiterhin Betreuungsleistungen z.B. für dementiell Erkrankte oder Hilfen im Haushalt abgerechnet werden. Die bisherige Betreuungspauschale wird künftig als „Entlastungsbetrag“ bezeichnet. Neu ist, dass pflegerische Betreuungsmaßnahmen jetzt auch über Pflegesachleistung abgerechnet werden können.

Hilfen bei der Haushaltsführung (neu: häusliche Pflegehilfe):
Wie bisher ist eine Abrechnung über die Pflegesachleistung möglich, ebenso über die Betreuungspauschale von 125 Euro nach § 45b SGB XI  (ab 2017 „Entlastungsbetrag“) oder die Verhinderungspflege.

Die bisherigen niedrigschwelligen Betreuungs- und Entlastungsleistungen aus § 45 a SGB XI werden künftig als „Angebote zur Unterstützung im Alltag“ bezeichnet und bleiben weiterhin erhalten.

Beratungsbesuche in der eigenen Häuslichkeit nach § 37.3
Bei Pflegegrad 1 kann ein Beratungsbesuch einmal im halben Jahr stattfinden.
Bei Pflegegrad 2 u. 3 muss ein Beratungsbesuch einmal halbjährlich stattfinden.
Bei Pflegegrad 4 u. 5 muss der Beratungsbesuch einmal vierteljährlich stattfinden.

Neu ist, dass auch Pflegesachleistungsempfänger einmal halbjährlich einen Beratungsbesuch in Anspruch nehmen dürfen.

 

Häusliche Krankenpflege:  

Häusliche Krankenpflege gem. § 37.1 SGB V oder  37.2 SGB V

auf Verordnung durch den Hausarzt:

 

Leistungsgruppe I: Insulinspritzen, Blutzuckermessungen,
Medikamentengabe, Kompressionsstrümpfe an- bzw. ausziehen
Leistungsgruppe II:Injektionen i.m., Kompressionsverbände,
Stomabehandlungen, Blasenspülungen, Dekubitusbehandlungen Grad 2,
wöchentlich Medikamente richten.
Leistungsgruppe III:Dekubitusbehandlungen Grad 3 und 4,
Einläufe, katheterisieren der Harnblase,
Pflege- und Wechsel von Trachealkanülen, Wundverbände
Leistungsgruppe VI:Bedienung und Überwachung von Beatmungsgeräten,
Flüssigkeitsbilanz, spezielle Krankenbeobachtung.

Haushaltshilfe gem. § 38 SGB V auf Verordnung durch den Hausarzt